Dienstag, Oktober 16, 2007

herbstliche davoser gastronomie geniessen

nur ein zufall kann dahinterstecken, wenn in zwei davoser restaurants die gemsrückenmedaillons mit identischer kruste auf den teller kommen. oder doch der lieferant des guten stücks fleisch?
  • im restaurant des hotels meierhof ist die atmosphäre zur gemse gemütlich, der service aufmerksam und der gastgeber unaufdringlich freundlich. für den amerikanischen besucher, der mit seinem namen begrüsst wird, ist dies immer wieder herzerwärmend.
  • zwar diente das waldhotel thomas mann als historische inspiration für den "zauberberg", aber die servicequalität verzaubert heute nicht unbedingt - im gegensatz zur küche und zur aussicht.

das epos des lebens lesen

"monumental" ist nur eines der attribute, das die mehr als 700 seiten beschreibt, die nun auf meinem lesestapel ruhen: "abendland" von michael köhlmeier beschreibt nicht bloss ein leben, sondern ist schlicht das epos des lebens selbst. epochal.

den weltwirtschaftstreffpunkt geniessen

nur das eigene society-magazin zum weltwirtschaftsforum, das unter anderem im ruheraum der sauna aufliegt, verrät, wie es in weniger ruhigen zeiten im steigenberger belvedere in davos zugeht. jetzt aber, im herbst, verlaufen sich die gäste im weitläufigen haus. überraschend allerdings, wie gut die trattoria "romeo & julia" an einem sonntag abend besetzt ist und wie sehr dort die portionsgrössen variieren. am carpaccio zur vorspeise könnte sich noch ein gast beteiligen, während die ravioli mit pilzen als hauptgericht mit hilfe der apothekerwaage angerichtet werden.

Donnerstag, September 27, 2007

von der edelfeder lesen

"darf man per e-mail kondolieren?" ist nur eine der brennenden fragen, die helmut a. gansterer (mittelinitial ist wichtig, wie die kluge leserin und der schöne leser erfahren) in seinem neuen knigge des 21. jahrhunderts beantwortet. das schmale büchlein ist schnell gelesen, die aussicht auf weitere bände dank leserbeteiligung lässt weitere erhellende erkenntnisse erwarten. ach ja, herr gansterer, darf man sich selbst als "edelfeder" titulieren?

Mittwoch, September 19, 2007

vermeintlich blues und dann doch noch jazz hören

ein besuch im 'house of blues' gleich gegenüber des westin hotels gehört so sehr zum pflichtprogramm, dass der veranstaltungsplan leichtsinnigerweise praktisch unbeachtet bleibt: dass 'within temptation' aus holland aber gar nicht meinem musikgeschmack entsprechen, hätte mir schon das endzeitoutfit der "symphonic-metal"-fans vor mir in der langen reihe am eingang signalisieren sollen.
rettung verspricht schliesslich die entschlossene flucht in die ausreichend abgewohnte 'green mill cocktail lounge', wo das jean-michel pilc trio feinen jazz aufspielt.

'windy city' geniessen

zeitweise windig, aber immer sonnig und zum schluss sogar heiss. so lässt sich im september die stadt geniessen, die mir im november schon einmal die kalte schulter gezeigt hat und die im jänner mit besonders attraktiven hotelangeboten lockt ...

als herzerwärmend erweist sich vielfach auch die gastronomie, egal ob im 'custom house' oder im 'boka'. im direkten vergleich kann das 'drake bros.' restaurant im drake hotel da nicht mithalten. ein mächtiger cheeseburger im 'grill on the alley' spielt kulinarisch zwar auch in einer anderen spielklasse, gehört aber schon ein wenig zur tradition (grazie, dario!).

etwas überraschend, dass die dame vom sales management nicht das hoteleigene restaurant im westin chicago river north zum mittagessen empfiehlt, sondern das 'flatwater' direkt am fluss. jambalaya sollte man trotzdem besser in new orleans essen.

für einen anlass scheiden andere lokale des site visit zwar aus, ein späterer privater besuch wäre aber durchaus reizvoll:

  • das 'carnivale' mit einem sehr eigenenständigen stil und einer völlig unbrauchbaren terrasse mit blick auf den interstate 94.
  • das 'nomi' im park hyatt, dessen name sich durch den blick auf den see erschliesst. alles klar?

viel architektur und kunst sehen


feine klinge
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vom neuerlichen spaziergang im millennium park zum jay pritzker pavillon und zur 'bohne' von amish kapoor, über die 'architecture river cruise' der chicago art foundation, das river east kunstzentrum, die wolkenkratzer sears tower und - wieder einmal - hancock tower, bis hin zur besichtigung von frank lloyd wrights werken in oak park und des 'robie house' reicht das spektrum meiner touren in chicago. zwar schmerzen die beine, aber das dichte angebot will diesmal bei bestem wetter auch erobert werden.

mit zwischenhalt nach chicago reisen

um erst noch einen workshop in paoli abhalten zu können, führt der flug nach chicago über philadelphia. die stadt der unabhängigkeitserklärung sehe ich aber nur im landeanflug, dann geht es per limousine durch die durchaus ansehlichen wohnorte zum desmond hotel in malvern, pennsylvania. das business(!)-hotel durchbricht amerikanische standard-hotelarchitektur mit dem konsequenten einsatz von blümchentapeten und himmelbetten. beim abendessen mit pete im mckenzie brewhouse lerne ich, dass bier auch mit heidelbeeren versetzt werden kann ...

charmant kriminelles sehen

beim lufthansa-bordprogramm tun sich kontraste auf: während "ocean's thirteen" aus der neueren vergangenheit stammt und vor allem durch die musik besticht (ist das ein ausreichendes kompliment an einen film?), reicht bei den alten "kojak"-folgen der hauptdarsteller fürs nostalgische wohlbefinden.

Dienstag, September 11, 2007

ins klischee reisen


provence-klischee I
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im luberon stellt sich die provence der bildbände, reiseführer und ferienhauskataloge als echt heraus. der heftige mistral kann den postkartenansichten mit blitzblauem himmel nichts anhaben. bei der beschränkung auf einen kleinen aktionsradius, um in ruhe geniessen zu können, lässt sich trotzdem eine vielzahl an herausgeputzten, provenzalischen dörfer besuchen. überraschend: selbst touristische hochburgen - im wörtlichen sinn auf mächtigen hügeln - wie gordes schaffen es dabei, kitschfrei zu bleiben.

Montag, September 10, 2007

viel und lang geniessen

aus praktischen gründen bietet sich die pizzeria am camping colorado in rustrel für ein erstes abendessen an. was als pragmatische lösung gedacht war, entpuppt sich als überraschend positives pizzateigerlebnis (dünn und knackig; worüber endlos zu debattieren wäre)

wer hingegen glaubt, in der nachsaison ohne reservierung auszukommen, wird an vielen restaurants mit bedauern abgewiesen. die zwischenlösung lautet la table de pablo in les petits clements. die schärfste kleine gastrokritikerin der familie, die am gegrillten thunfisch verbrannte stücke bemängelt, bedauert an dieser stelle das fehlen von käsknöpfle in der provence ... wobei die desserts bei ihr wiederum verlorenes terrain gut machen und die erwachsenen gaumen ohnehin sehr zufrieden sind.

erst am abend darauf beziehen wir den nun reservierten tisch im hotel restaurant des voyageurs in st saturnin les apt. madame serviert die feinen menüs - inklusive gemüsefreiem kindermenü - und ein paar weitere tipps.


ruhetagsbedingt schaffen wir es erst später zur auberge du villarsois im kulissenhaften villars. das lokal ist dichtest besetzt, die menüs sind herzhaft, die portionen mächtig und die käseauswahl zum schluss bereits eine herausforderung an den bauchumfang. bloss die kleinste gastrokritikerin übernimmt sich ein wenig an ihrem extra-menü. oder war es nur das letzte schüsselchen crème caramel?

in sachen wein leben wir mit den zum teil ausgezeichneten halbflaschen zum essen ganz gut. aber das geschäftskonzept der cave de grambois mit ihrer weintankstelle ist so überzeugend, dass wir côtes du luberon gleich im grösseren gebinde mit nach hause nehmen. 'vinotainer' heisst der plastikkanister auf neufranzösisch ...

in moustiers verfallen wir zwei abende lang dem ganz anderen, aber charmanten konzept - schön der reihe nach anstellen, keine fixen menüs, jugendlichere lokalgestaltung - im restaurant clerissy.

Samstag, September 01, 2007

im grenzbereich und im himmel bewegen


pfälzer hütte
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die verschiebung um eine woche hat sich ausgezahlt: statt bei unsicherem wetter geniessen wir bei prachtvollem wetter die grandiose aussicht am weg vom sareiser joch über den augstenberg zur pfälzer hütte und in den nenzinger himmel. für ilse bekommt der ausdruck "gipfelsieg" eine neue bedeutung.

darauf stossen wir im nenzinger himmel an, begleitet von einer ganz leichten portion käsknöpfle im gasthaus gamperdona. praktisch, wenn man dort auch gleich übernachtet.

getauft werden beim bewegen

erst knapp vor dem klampera sattel, dem höchsten punkt der mountainbike-tour von feldkirch über den nenzinger berg nach brand, setzt das gewitter ein. dann dafür heftig. bei der weiterfahrt zur innerparpfienz alpe ist irgendwann der punkt erreicht, an dem die nässe (trotz gore-tex) völlig gleichgültig wird. aber nach der ankunft beim 'betreuerfahrzeug' in brand dauert es trotz wechselwäsche und sitzheizung eine ganze weile, um wieder aufzutauen.

ungewöhnlichen merlot geniessen

der zufall will es, dass ich zwei mal kurz hintereinander ausgezeichneten merlot zu trinken bekomme. das allein wäre noch nicht ungewöhnlich, aber der merlot ist beides mal weiss. während ich bei dem glas im waldhuus die bezugsquelle nicht kenne, weiss ich zumindest, dass ich für den 'vitis' von parravicini 'nur' zu davide ins tessin fahren muss.

an den schweizer strand reisen

keine schlechte idee, einmal das schweizer bodenseeufer zu erkunden. arbon ist überschaubar, aber sehenswert und die grosszügigen uferanlagen sorgen für ein gefühl von weite: im roten kreuz in der nähe des hafens schweift der blick von den flechtstühlen unter der gastgartenbäumen weit hinaus auf das schwäbische meer.

zum abschluss der tour staunen wir in rorschach beim sandskulpturenfestival über die gestaltungsmöglichkeiten mit ein paar tonnen quarzsand.

Samstag, August 04, 2007

krank werden beim reisen


sunset bar
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das shangri-la tanjung aru resort in kota kinabalu/malaysia gehört zu jenen orten, an denen man sich am wenigsten wünscht, krank zu werden. während sich die meeting-pflichten auch mit fieber noch halbwegs erledigen lassen, muss ich auf die resort-freuden weitestgehend verzichten. dank panadol schaffe ich es zumindest zum barbecue dinner am sunset beach.

wiederum hong kongs gastronomie geniessen

wie schon beim letzten besuch fasziniert die kosmopolitische vielfalt in der gastronomie hong kongs: zu einer kurzen mittagspause lande ich mit urs in big ernie's diner neben dem büro, der locker als freilichtmuseum für US-essgewohnheiten durchgehen könnte. abends wiederum ist handarbeit beim essen nötig, denn die meeresfrüchte von "temple spice crabs" am temple street night market wollen geknackt, geschält und geschlürft werden.
italienisch bis französisch angehaucht ist hingegen die küche im "phoenix" in soho. das täglich wechselnde menü ist auf einer wandtafel gelistet, ein fehlgriff fast ausgeschlossen und der weisswein wirklich kühl.
zum schluss, vor der abfahrt mit dem airport express, stärken wir uns bei "union bar & grill" im international finance center, wo zur mittagszeit die kundschaft aus den 88 stockwerken darüber einfällt.

in die feuchte hitze reisen

im grossen bett der singapore airlines nach hong kong und dort ins aussichtsreiche bett im renaissance harbour view hotel.

obwohl es ordentlich heiss ist und eigentlich zu dieser jahreszeit die meisten niederschläge fallen sollten, überrascht die stadt mit blauem himmel und klarer sicht, selbst vom peak.

wenig lustiges sehen

am flug nach singapur bietet das bord-unterhaltungsprogramm auch filme, die man im kino versäumt hat:

  • clint eastwoods "letters from iwo jima" ist erschütternd gut und zwingt dazu, das filmische gegenstück aus amerikanischer perspektive ("flags of our fathers") zu sehen.
  • "the last king of scotland" öffnet das ganze panoptikum menschlicher und unmenschlichster verhaltensweisen zwischen idealismus, freundschaft und verführbarkeit.
  • vergleichsweise leichte kost, wenn auch mit einer überraschenden wendung, liefert dann noch "perfect stranger".

bewährtes mit gästen geniessen

während des besuchs von giuditta und davide verlassen wir uns auf fixe grössen:
  • samstagstrubel, sonnenschein und einen "weiss sauer" geniessen wir beim rauch in der marktgasse
  • das unausweichliche schnitzel in grösse von elefantenohren wird auf der schattenburg serviert
  • feines zum abschluss geniessen wir beim adler in hohenems (auch wenn angesichts der fassade erst einmal vertrauensbildende massnahmen bei den tessiner gästen notwendig sind)