Samstag, Januar 07, 2012

mit einer vorbemerkung ins neue jahr starten

die daemonischen t@gesnotizen darben. mehr als je zuvor fehlen zeit und musse, um den blog am leben zu halten. angesichts dieser zeitlichen atemnot hilft nur ein redaktionelles intubieren mit kürzestzusammenfassungen sowie den therapeutischen mitteln der social media. möge der blog-patient genesen.

Montag, Dezember 26, 2011

sich ins neue jahr bewegen

mit einiger tradition bewegen wir uns zu den weihnachtsfeiertagen wieder in richtung alpwegkopfhaus, um das alte jahr ausklingen zu lassen. die wirtin, die es mit ihrer nachgesagten unfreundlichkeit zu einiger berühmtheit gebracht hat, scheint aber zumindest einen spröden charme zu entwickeln. ein gutes zeichen für das neue jahr?

Donnerstag, Dezember 22, 2011

alle jahre wieder den stress mit der weihnachtspost erleben

und wieder wird es knapp mit der dämonischen weihnachtspost. gar entfallen lassen und darauf hinweisen, dass die erkälteten stirn- und nebenhöhlen keinen echten gedanken zulassen? das bekenntnis zur tradition siegt schliesslich doch und so findet auch 2011 wieder ein sujet eingang ins archiv der dämonischen weihnachtsgrüsse:
archiv 2005 - 2011

Dienstag, November 08, 2011

den wert von status erleben

freundlicherweise versorgt mich das vielflieger-programm meines vertrauens mit einem monatlichen überblick der gesammelten flugmeilen. seit meinem letzten arbeitsplatzwechsel leidet dieser saldo unter bewegungsarmut. die kundenbeziehungspfleger des programms sind - im gegensatz zu mir - darüber so besorgt, dass sich mich auf den drohenden verfall meines status hinweisen. was gibt es schlimmeres? keine belegten brötchen in der lounge mehr, kein übertrieben freundlich überreichtes erfrischungstuch mehr, wenn ich trotz der glänzenden mitgliederkarte innereuropäisch in der holzklasse fliege. der verlust der statusbezeichnung, die einem höchsten würdenträger des römischen reichs gut stehen würde, scheint wirklich eine ernsthafte angelegenheit zu sein. zumal ich so spät im kalenderjahr nicht einmal rechnerisch die möglichkeit habe, kraft einiger erdumrundungen meinen meilenstand ausreichend zu befüllen. die situation ist so dramatisch, dass die beziehungspfleger mir eine unkomplizierte möglichkeit anbieten, den status auch ohne weitere flugmeilen für ein jahr verlängern zu lassen und mir alle vorteile (siehe oben) zu sichern. diese unkomplizierte option würde ebenso unkompliziert per hinterlegten kreditkartendaten abgebucht. ein klick auf den angebotenen link eröffnet im relativ klein gedruckten die seltene gelegenheit, schwarz auf weiss ein preisschild für status zu sehen: um lächerliche 2'000 euro pro jahr bleibt man in der lounge unter seinesgleichen.

Sonntag, Oktober 09, 2011

kollektiv reisen und eine prise süden geniessen


blaue stunde am domplatz
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wenn das hotel dellago in melide uns noch nicht will ("nur frühstück für hausgäste" --- aber ich war früher schon gast?!?), dann kommt der cappuccino eben von der bar vis-à-vis an die parkbank mit ebenso schöner aussicht an der uferpromenade. dazu betörend duftende und schmeckende amaretti von der bäckerei nebenan und die vormittägliche kaffeepause mit freunden bei der gemeinsamen ausflugsfahrt nach oberitalien ist gerettet.

hinterher ein kurzer spaziergang durch morcote und prompt macht sich ein kleines hüngerchen bemerkbar, welches wir auf der anderen seite der grenze, in cernobbio zu stillen trachten. wegen der unglaublich engen strassen, welche die navigation dorthin vorschlägt, steht schnell die frage im raum, ob das lokal das abenteuer der anfahrt lohnt. die "trattoria del glicine" - auf anderen wegen viel einfacher erreichbar - hält dem erwartungsdruck aber mehr als stand. davides empfehlung (ti ringrazio, amico!) verwöhnt uns mit entspannter atmosphäre, wunderschönem ambiente, hervorragender küchenqualität, unkomplizierter herzlichkeit des personals und einem angenehmen wohlgefühl beim abschied. nicht ganz umsonst halten die trattoria eine gabel und der kredenzte "canayli" vermentino di gallura zwei gläser im gambero rosso.

nach dem check-in im albergo san giuseppe in cernobbio bleibt zeit für ein stürmische überfahrt mit dem boot nach como und für einen ersten bummel. eigenartigerweise landen wir auch hier relativ schnell in der "enoteca da gigi", um dem 'shopping-virus' so mancher begleiterinnen und begleiter bei einem gläschen ein schnippchen zu schlagen.

so aperitiv-mässig gestärkt lässt sich auch die zeit bis zum abendessen überdauern. als kontrastprogramm zum mittagessen erwartet uns das "ristorante valverde" in cernobbio mit neonlicht, dicht gestellten und voll besetzten tischen, hallendem lärm, gestressten kellnern und laminierten speisekarten als authentisch italienisches vorstadtlokal. geschmack bleibt bekanntlich geschmackssache, aber die fischlastigen antipasti und den gegrillten fisch bekommen die beiden sizilianischen brüder und restaurantbetreiber wieder hervorragend hin.

am nächsten tag mailand. der vorteil des wiederholten besuchs bringt eine entspannte annäherung an den domplatz und dessen sehenswürdigkeiten mit sich. das interesse unserer kleinen runde fokussiert sich diesmal auf das "ristorante giacomo arengario" im museo del novecento. von dort oben geniesst man neben feiner pasta zum mittagessen einen hervorragenden blick auf dom, galleria vittorio emanuele II. und zwei 'ausrangierte models' (befund der weiblichen gesellschaft) am nachbartisch.

dass der campari soda in der bar zucca in galleria bei grösserer füllmenge und spitzenqualität mit crushed eis und feinperligem soda günstiger ist als in der feldkircher marktgasse sorgt für angenehme überraschung.

weitestgehend immunisiert gegenüber dem samstäglichen kollektiven einkaufsrausch in mailand verfolgen wir mit einigem interesse das irrwitzige geschehen vor der in europa zweiten filiale von 'abercrombie & fitch'. während in den usa das modeunternehmen mit den parfümierten und abgedunkelten verkaufslokalen in jeder halbwegs ernsthaften shopping mall zu finden ist, setzt man in europa auf verknappung gegenüber der "zielgruppe von körperbewussten und finanziell-potenten jugendlichen (sic!) und jungen erwachsenen". in völliger pervertierung des marktgeschehens stellen sich milanesi und touristen in einer unglaublich langen schlange vor dem geschäft an, um im schummrigen licht für getragen aussehende kleidung die kreditkarten zu verbrennen und sich beim ausgang mit einem adonis mit nacktem oberkörper fotografieren zu lassen. wer's nicht selbst sieht, vermag es kaum zu glauben.

der drohenden konsum-überforderung im kaufhaus rinascente samt erster sichtung von weihnachtsschmuck begegnen wir mit konsum auf anderer ebene: mit einem americano zum sonnenuntergang in der "bar obika" auf der dachterrasse mit spektakulärer aussicht auf den benachbarten dom.

von dort ist es zum glück nicht mehr weit bis zum geschichtsträchtigen "ristorante bagutta" in der gleichnamigen strasse im goldenen mode-dreieck rund um die via montenapoleone: schöne menschen, die in schöner umgebung einen schönen abend geniessen wollen, bevölkern das lokal, als wir nordlichter mit dem essen schon durch sind und den letzten zug nach como erreichen müssen. weniger schön.

nach zwei nächten in italien erfährt diese angenehme wärme der südlichen lebensart bei der rückfahrt über den san bernardino wieder erhebliche abkühlung. am nordportal empfängt uns schnee, glücklicherweise kombiniert mit sonnenschein. somit stellt sich bei der pause auf der terrasse des hotels bodenwald in splügen zumindest ein gefühl ähnlich wie beim frühjahrsskilauf ein.

Samstag, September 17, 2011

ins licht des nordens reisen und skandinavische lebensart geniessen

kopenhagen empfängt mich - nach einem grossartigen steigflug ab zürich mit dem bisher besten blick auf bodensee, konstanz, insel mainau, reichenau bis hinüber nach bregenz und die berge - mit reichlich grau. bald darauf setzt, noch während der kurzen rundtour mit dem vandalensicheren gratis-rad, der offenbar unvermeidliche regen ein. dennoch reicht die fahrt für einen ersten eindruck und für ein kennenlernen mit der kleinen meerjungfrau. aber nicht einmal der heftige regen am abend kann den angenehmen eindruck von der skandinavischen lebensart samt fahrradkultur verwässern.

da die beziehung zu einer stadt auch immer durch den magen geht, tragen ein ausgezeichneter avocado-mozzarella sandwich in einem "joe & the juice"-lokal und das abendessen im "café sommersko" wesentlich zur liebe auf den ersten biss bei.

das einzelzimmer im grundsätzlich sehr attraktiv gelegenen "copenhagen strand" gehört wahrscheinlich zu den kleinsten hotelzimmern, das ich während meiner reisen bewohnen durfte und musste. der platzmangel im winzigzimmer ist so eklatant, dass der heizkörper gar oberhalb(!) des kleiderschranks montiert ist. dafür erschliessen sich beim abendlichen ausblick aus dem obersten stockwerk auf die umliegenden wohnhäuser dank der fehlenden vorhänge ungefilterte impressionen des skandinavischen lebensstils wie in einem lebenden, hell erleuchteten adventkalender.

an den folgenden tagen verwöhnt die stadt den besucher mit strahlend blauem himmel und nordlicht - allerdings nur in der theorie. denn in wahrheit ist davon im inneren des kongresszentrums nicht viel zu sehen.

lichtblicke sind dann jeweils nur die abendessen, im dalgas have an der copenhagen business school, in "nyhavns faergekro"und einem weiteren restaurant am alten / neuen hafen, weil dort die lokale etwas länger warme küche anbieten.

leider bleibt zu wenig zeit für ein ausführlicheres kennenlernen der stadt, aber bei einem nächsten besuch würde die design-anlaufstelle "illums bolighus" garantiert ausführlicher am programm stehen.

Samstag, September 10, 2011

im eigenen haus leben

je nach definition ist das projekt nun abgeschlossen - details fehlen immer noch - und wir wohnen als spätberufene im eigenen haus. altersgerecht und barrierefrei, wie es der bauherrschaft geziemt. wie lange wird es dauern, bis wir auch mental im haus angekommen sind?

Dienstag, August 30, 2011

eine fürstliche begegnung erleben


die dame des hauses steuert ihren kompakt-suv selbst aus der hofdurchfahrt und winkt den eintreffenden besuchern ihres gemahls nochmals kurz freundlich zu. dieser lässt sich bei angeregter unterhaltung mit seinen gästen ein kleines bier schmecken, parliert im leicht wienerisch-nasalen ton, zeigt sich von der charmanten seite und weiss zu jedem thema der konversation etwas zu sagen. ein ganz normaler abend auf schloss vaduz, bei s.d. fürst hans adam.

Samstag, August 20, 2011

sich am langen, ruhigen fluss bewegen

endlich klappt es mit der schon lange geplanten kanu-tour am rhein von stein am rhein nach schaffhausen. perfekte hitze, die richtige wassertemperatur für ausgedehnte schwimmstrecken im träge fliessenden rhein und zahlreiche pausen am ufer machen den tag zum genuss. selbst der bahntransfer retour zum auto funktioniert dank schweizer präzision klaglos. beim abschliessenden abendessen in der immer wieder schönen altstadt von schaffhausen, ganz in der nähe meiner früheren wohnung, kommt ein wenig nostalgie auf. im nächsten sommer gerne wieder.

Sonntag, August 14, 2011

einen kurzen sommer im gastgarten geniessen

trotz der wechselhaften sommerwitterung klappt es mit dem einen oder anderen gastgartenbesuch in feldkirch.
  • im rösslepark schmecken herzhafte gerichte unter den kastanienbäumen besonders gut, aber dass die jüngere tochter den stapel 'ripple' tatsächlich und mit viel genuss 'verputzt', überrascht dann doch ein wenig.

  • schade, dass im thai-asienhaus die online-reservierung, die auf der webseite angepriesen wird, überhaupt nicht klappt. die vorfreude auf die blauregenbeschattete terrasse geht uns damit ebenso verloren wie dem restaurant vier gäste. dauerhaft.

  • dafür kommt es im schützenhaus hoch oberhalb der stadt nach einigen jahren zu einer angenehmen wiedersehens-überraschung. die aussicht ist grossartig, die speisen sind fein und die bedienung lässt die asien-enttäuschung vergessen. prost mahlzeit.

Sonntag, August 07, 2011

die vergänglichkeit von schönheit sehen

natürlich liegt die neigung nahe, "elegy - oder die kunst zu lieben" streckenweise als altherrenfantasie von philip roths gnaden zu sehen. denn so ganz will sich dem (zumindest männlichen) betrachter nicht erschliessen, worin die attraktivität des verfallenden literaturprofessors für die junge studentin liegt. aber ein paar gedanken zur rolle der körperlichen vergänglichkeit in einer liebesbeziehung überleben die stilisierte filmische darstellung.

die 'alte heimat' bereisen und geniessen


zinken bei molln
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alljährlich im sommer das selbe glücksspiel: wird uns das wetter beim traditionellen aufenthalt in der 'alten heimat' oberösterreich hold sein? auf wundersame art und weise ist das auch diesmal wieder weitestgehend der fall --- und das will in diesem sonst so unwürdigen regen-sommer wirklich etwas heissen.

die augusthitze verlangt nach der beinahe schon rituellen abkühlung in der zinken, dem zusammenfluss der steyr und der krummen steyrling, bei molln. selbst der segeltag am attersee mit dem yngling klappt perfekt. knapp vor der einsetzenden flaute laufen wir wieder beim yachtservice gebetsroither in unterbuchberg ein.

für den vorerst bewölkten stadttag in linz bietet das ars electronica center mehr als ausreichende gelegenheiten zu spannenden einblicken. zur eigentlichen premiere des tages kommt es aber erst im anschluss, als wir in voller familienbesetzung auf der terrasse des café traxlmayr aufmarschieren. dort mit den eigenen, emporgeschossenen töchtern zu sitzen, wo man selbst als jugendlicher einige zeit verbracht hat, gibt einem eine klares signal von zeit und alter. dieser leichte anflug von melancholie verstärkt sich durch die entdeckung, dass gleich neben dem traxlmayr, wo der 'wienerwald' die umgebung ungefragt mit brathendlduft einhüllte, mit der 'osteria' ein wenig mehr urbanität auf der promenade einzug gehalten hat. das allerdings ist sicherlich nicht als schaden zu werten.

in steyr wiederum verspricht die kombination von campari soda, lektüre des standard und angenehmer kühle des historischen innenhofs im café rahofer erholung vom hitzestress dieses vermeintlich so nassen sommers.

Dienstag, Juli 26, 2011

gutbürgerliches feldkirch geniessen


Tiny Feldkirch
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nach dreizehn jahren in feldkirch führt uns ein kleiner familiärer anlass zum ersten mal in den gasthof lingg, das traditionsgasthaus in der kreuzgasse mit blick über den gesamten marktplatz. "gutbürgerlich" ist wohl das richtige adjektiv für das sanierte lokal und die jungen betreiber bringen trotz der bewahrung von traditionen die frischen akzente ins ausgezeichnete haus und auf die speisekarte. bloss, wie viel laute freundlichkeit durch den kellner muss man als gast beim essen ertragen?

Sonntag, Juli 10, 2011

sich in der frisch gewaschenen landschaft bewegen

unter normalen umständen jagt man bei diesem aufziehenden gewittersturm keinen hund vor die türe. aber erichs vorschlag zu einer abendlichen mountainbike-runde führt scheinbar geradewegs ins auge des sturms. was denken all die radfahrer, die mit dem wind im rücken von den badeseen in richtung schützendes heim flüchten, über die beiden behelmten wahnsinnigen, die ihnen entgegen kommen und sich gegen die böen stemmen?

interessant, dass der gewitterregen und die kleinen hagelschauer (!) am ende gar nicht so schlimm sind. einzig im wald kommt leichte sorge wegen fallender äste auf. so schnell, wie der sturm aufgezogen ist, vertreibt der heftige wind aber auch den ganzen zauber und nur wenig später radeln wir am rheintaler höhenweg zwischen lienz und sax bei sonnenschein durch eine reingewaschene landschaft. mut zum wahnwitzigen lohnt sich manchmal.

wegen der panorama-aussicht besonders lohnenswert ist auch die pause in einer "besenbeiz", dem wasa-beizli am saxer berg. sogar für ein wenig bildung reicht es mit der stippvisite bei der burgruine hohensax noch. während die meisten vorarlberger von ihren tessin-fahrten die burgruine im misox kennen, wissen wohl nur wenige über den stammsitz derer von sax in der rheintaler nachbarschaft bescheid. die nächste etappe des höhenwegs harrt nun der entdeckung, erich! nach möglichkeit ohne sturmwarnung.

Sonntag, Juni 26, 2011

sich in spannender umgebung im klaren wasser bewegen


Grossabünt
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so machen die liechtensteiner das: die gemeinde gamprin kauft land, organisiert workshops mit der bevölkerung und stellt darauf hin eine sport- und freizeitanlage zur verfügung, deren herzstück ein wirklich feiner badesee mit naturnaher regenerationszone ist. unser besuch in der "grossabünt" erstaunt uns in vielerlei hinsicht:
  • die wasserqualität ist auch bei grossem ansturm und hitze hervorragend.
  • die strafen bei verstössen gegen das alkohol- und glasverbot sind saftig.
  • das publikum ist ausgesprochen bunt: einheimische jugendliche, türkischstämmige grossfamilien, secondos, die zwischen italienisch und liechtensteiner dialekt hin und her wechseln, expats, die das wochenende einmal mit der familie statt im dienst ihres internationalen arbeitgebers irgendwo in der grossen welt verbringen und ein paar versprengte österreicher, die sich das projekt einmal in natura ansehen wollen.
  • die öffnungszeiten sind grosszügig (7:00 bis 22:00 uhr).
  • das konzept setzt auf eigenverantwortung, statt bevormundung: kein bademeister, keine wasserrettung. bloss bei alkohol und glas auf der liegewiese endet die freiheit.
  • der eintritt ist kostenlos.
so, scheint es, kann man reichtum durchaus vernünftig einsetzen.

Samstag, Juni 25, 2011

ansichtskartenkino sehen

vergessen wir einmal, dass florian henckel von donnersmarck mit "das leben der anderen" eine grossartige regiearbeit vorgelegt hat. dann lässt sich "the tourist" unbefangener und frei von erwartungen sehen. es bleibt ein plot mit logischen schwächen, eine manchmal unentschlossene mischung zwischen parodie, komödie und actionfilm sowie eine fantastische inszenierung des glamours - von den hauptdarstellerinnen jolie und venedig über die kostüme, bis hin zu den schauplätzen und der musik. ansichtskartenkino, zwar zu schön um wahr zu sein, aber dvd-abend gerecht.

das fehlen von antrieb lesen

"herr lehmann" von sven regener landet auf der schulischen pflicht-leseliste meiner tochter. sie kann in diesem roman keine echte handlung entdecken, sie vermisst dramaturgische höhepunkte und es fehlt ihr jegliche spannung oder dramatik. sie hat wohl in allen punkten recht. gerade diese in bleisatz gegossene lust- und antriebslosigkeit, diese unprätentiöse schilderung des alltags, in homöopathischen dosen mit trockenem humor zwischen den zeilen versetzt, macht aber den reiz der dahinplätschernden lektüre aus. dieser eigentümliche reiz scheint sich aber schülerinnen und schülern, die vom leben noch so einiges erwarten, (noch) nicht zu erschliessen.

Sonntag, Juni 12, 2011

die typische vatertags-bewegung erleben

vatertage stehen in unserer familie in besonderer tradition: aus unerfindlichen gründen enden sämtliche ausflüge oder wanderungen an diesem sonst gar nicht besonderen tag im tiefsten matsch, es schüttet meist wie aus kübeln und die stimmungslage ist niemals frühsommerlich, sondern eher spätherbstlich oder es gibt sonst irgendwelche planungsunfälle. warum sollte es diesmal, an diesem hohen festtag für das murphysche gesetz, anders sein?

der ursprüngliche plan, sich in einer art kombinationstour - die eine hälfte der familie radelt von feldkirch los, die andere hälfte startet zu fuss ab dem parkplatz hoch über st. gerold - auf der gassner alpe im grossen walsertal zu treffen, endet bereits in schlins: die schaltung an christines mountainbike versagt den dienst und sie muss auf das familiäre begleitfahrzeug warten, während ich die tour über düns, thüringerberg und st. gerold fortsetze. meine frauen sitzen schliesslich schon auf der gassner alpe und wegen eines bei christine anstehenden nachmittagstermins in bregenz erheblich auf nadeln, während ich immer noch die langen serpentinen von st. gerold hinaufkeuche. so begegne ich meiner bereits eilig absteigenden familie knapp unter den almwiesen, aber ich setze die fahrt zur alpe trotzig fort. dort ist allerdings keine jausenplatte mit bier angesagt, sondern bloss ein trikotwechsel und eine rasante abfahrt, um knapp vor dem parkplatz meine damen wieder einzuholen und mit ihnen im auto richtung bregenz zu brettern.

bemerkenswert eigentlich, dass es an diesem vatertag gar nicht geregnet hat ...

Sonntag, Juni 05, 2011

sich gegen den wind bewegen und das heidiland dann doch geniessen

beim start der radtour in balzers bläst der dort in berühmt-berüchtigter stärke auftretende föhn so heftig, dass die wahl unter den optionen zur entscheidung zwischen dem einen oder anderen übel wird: tour gleich zu beginn abbrechen? zuerst am rheindamm gegen den wind strampeln und dann die bergstrecke? oder gleich zu beginn und bei gegenwind über den berg, und dann mit rückenwind am rheindamm retour? selbstverständlich entscheiden wir uns für die dritte variante, verspricht sie doch zumindest lohn nach der ersten mühe. diese mühe ist dann auch tatsächlich gross, weil der föhn über den zumindest aus der automobilen perspektive lächerlich niedrigen st. luzisteig in einer heftigkeit weht, die wohl dem venturi-effekt geschuldet ist. selbst bei der erst mässigen steigung zu beginn gilt es acht zu geben, nicht vom radweg heruntergeblasen zu werden. in der folge entspinnt sich ein laut durch den gegenwind gerufener dialog zwischen dem radfahrer-ehepaar:

  • er (vorne; heftig in hoher trittfrequenz gegen den wind und die zunehmende steigung kämpfend): "ist die geschwindigkeit so in ordnung?" (darum besorgt, dass seine liebe frau ihm am hinterrad kleben bleibt, damit der windschatten nicht abreisst)
  • sie (von hinten; wegen des gegenwinds nur undeutlich zu hören): "... kannst ... ruhig schneller ..."
  • er (immer heftiger schnaufend): "was?"
  • sie (noch lauter aus dem windschatten rufend): "du kannst ruhig schneller fahren, wenn du willst!"
  • er (mit puls in lichten höhen): "ich KANN aber nicht ...!"
  • sie: "ach so," während sie die passende unterstützungsstufe am elektrorad auswählt, um die von einem martialischen fort der schweizer armee gekrönte kleine passhöhe stilvoll zu bewältigen ...

ob mit oder ohne elektrische unterstützung: nach dem luzisteig rollen wir entspannt durch das heidiland-klischee der bündner herrschaft mit ziegenherden, verwinkelten kleinen dörfern und ausgedehnten weinbergen. diesmal klappt es endlich mit einem besuch im alten torkel in jenins, wo der riesling x sylvaner und die ausgezeichnete käseplatte von einer resoluten 'serviertochter' mittleren alters aus der steiermark kredenzt werden. die dame freut sich über "innerösterreichische" ansprache, aber wir müssen dennoch zum aufbruch drängen, weil von chur her die regenvorhänge auftauchen. im widerstreit zwischen regen und föhn erwischen wir am weg nach fläsch zwar einige tropfen, aber für die bolzstrecke am rheindamm liefert der föhn in einem letzten aufbäumen nochmals kräftige unterstützung von hinten --- ganz ohne elektromotor.

Samstag, Juni 04, 2011

gepflegte kreuzfahrtunterhaltung hören und sehen

auch eine anspruchsvolle festival-programmierung benötigt publikumsmagneten: die "pasión de buena vista" lässt das montforthaus überquellen und unterhält auf zweifellos hohem niveau entlang der kuba-klischees mit dauerlächelnden tänzerinnen, muskulösen charmebolzen mit niemals versiegender glut in den augen sowie soliden gesangs- und musikleistungen. wie befürchtet ist die vorführung insgesamt näher am tropicana club als an ry cooders auseinandersetzung mit der kubanischen musik. macht aber nichts, selbst das alemannische publikum geht nach intensiven einheizerphasen aus sich heraus und vertreter der spezies tanzen für eine nummer gar im kollektiv auf der bühne mit. ein leichter abend für die ganze familie, während der jazz brunch mit daisy jopling vielleicht nicht mehrheitsfähig gewesen wäre.